Der Weg von der Tachykardie zur Substanz: Stabilität → QRS-Breite → Regelmäßigkeit. Erst danach fällt die Medikamentenwahl.
1 ·
ok
· Sepsis
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= Vorhofflimmern bei
Instabil schlägt jedes Medikament — dann Strom. Breitkomplex gilt bis zum Beweis des Gegenteils als VT. Begriffe mit Punktlinie antippen.
Vagusmanöver = Handgriffe, die den Vagus (Parasympathikus) reizen und den AV-Knoten für einige Sekunden bremsen — der erste Versuch bei regelmäßiger schmaler Tachykardie, ganz ohne Medikament. Modifizierter Valsalva: halb aufrecht sitzend 15 s kräftig gegen eine 10-ml-Spritze pressen, direkt danach flach hinlegen und die Beine 15 s passiv anheben — deutlich wirksamer als Pressen allein. Karotisdruck: einseitig 5–10 s, nie beidseits, nicht bei Karotisgeräusch, Stenose oder Z. n. Schlaganfall/TIA. Immer unter Monitor, EKG-Streifen mitlaufen lassen.
LVEF = Left Ventricular Ejection Fraction, linksventrikuläre Auswurffraktion: der Anteil des Blutes, den die linke Kammer pro Schlag auswirft — normal etwa 55–70 %. Echobefund oder Vorbefund; praktisch die Antwort auf die Frage „Verträgt dieser Patient ein negativ inotropes Medikament?“ Bei erhaltener LVEF sind Betablocker und Verapamil eine Option, bei eingeschränkter nicht.
HFrEF = Heart Failure with reduced Ejection Fraction — Herzinsuffizienz mit reduzierter Pumpfunktion, definiert als LVEF ≤ 40 %. Für die Substanzwahl der entscheidende Bremsklotz: negativ inotrope Medikamente (Verapamil, Diltiazem, hochdosierte Betablocker i.v.) können hier eine Dekompensation auslösen. Deshalb Amiodaron — oder Digoxin, wenn zusätzlich der Blutdruck niedrig ist.
Polymorph heißt: die QRS-Komplexe wechseln von Schlag zu Schlag Form und Achse — anders als bei der monomorphen VT, wo alle Komplexe gleich aussehen. Torsade de pointes („Spitzenumkehr“) ist die Sonderform bei verlängertem QT: die Amplitude schwillt spindelförmig an und ab, die Kammerkomplexe scheinen sich um die Grundlinie zu drehen.Schematisch · spindelförmige AmplitudenmodulationTherapie: Magnesium 2 g i.v. über 10 min, Auslöser stoppen (QT-verlängernde Medikamente), K⁺ hochhalten (Ziel > 4,0 mmol/l), bei bradykardie-abhängiger Form Frequenzanhebung. Kein Amiodaron — es verlängert das QT weiter. Bei Pulslosigkeit sofort defibrillieren.
FBI = Fast, Broad, Irregular — Merkwort für die Trias schnell, breit, unregelmäßig. Diese Kombination ist bis zum Beweis des Gegenteils Vorhofflimmern bei WPW: die Vorhofimpulse laufen ungefiltert über die akzessorische Bahn, die QRS-Breite wechselt von Schlag zu Schlag, die Frequenz übersteigt oft 250/min. Konsequenz: kein AV-Knoten-Blocker, sondern Ajmalin oder Kardioversion.
WPW = Wolff-Parkinson-White-Syndrom. Zwischen Vorhof und Kammer besteht neben dem AV-Knoten eine zusätzliche Leitungsbahn (akzessorisches Bündel), die den Impuls vorzeitig auf die Kammer überträgt — im Ruhe-EKG als Delta-Welle mit kurzer PQ-Zeit erkennbar. Gefährlich wird es bei Vorhofflimmern: blockiert man den AV-Knoten (Adenosin, Verapamil, Betablocker, Digoxin), läuft alles über die schnelle akzessorische Bahn — Frequenzanstieg bis zum Kammerflimmern. Deshalb Ajmalin oder direkt die Kardioversion.
AdenosinSekunden-Schalter: terminiert oder demaskiert. Nur schmal + regelmäßig.
VerapamilAV-Knoten-Bremse bei erhaltener Pumpe. Nie breit, nie WPW.
MetoprololFrequenzkontrolle bei VHF und Sympathikusüberschuss.
AjmalinNatriumkanal der akzessorischen Bahn: WPW-VHF, breit & unklar.