Nierenersatzverfahren am ICU-Bett: Funktionsweise, Indikationen, Citrat-Antikoagulation (CiCa) und Hämadsorption (CytoSorb).
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Continuous Veno-Venous HemoDialysis – kontinuierliche venovenöse Hämodialyse. Blutentnahme und -rückgabe über einen venösen Dialysekatheter (zwei Schenkel); Reinigung rein diffusiv gegen ein im Gegenstrom laufendes Dialysat. = kontinuierliche venovenöse Hämodialyse. Stofftransport rein diffusiv entlang des Konzentrationsgradienten über eine semipermeable Membran; Dialysat läuft im Gegenstrom zum Blut. Kontinuierlich über 24 h → hämodynamisch schonender als intermittierende HD. Sammelbegriff für solche Rund-um-die-Uhr-Verfahren: Continuous Renal Replacement Therapy – kontinuierliches Nierenersatzverfahren. Oberbegriff für die kontinuierlich (24 h) laufenden Verfahren CVVHD, CVVH, CVVHDF und SCUF – im Gegensatz zur intermittierenden Hämodialyse (iHD)..
Der Gefäßzugang für die CVVHD ist ein großlumiger Sheldon-/Shaldon-Doppellumenkatheter mit zwei Schenkeln. Welcher Schenkel wofür genutzt wird, bestimmt die Flussrichtung des Blutes durch das Gerät.
Doppellumen · A (rot) = Blutentnahme zum Gerät · V (blau) = gereinigte Rückgabe zum Patienten
Akute Indikation meist bei AKI mit refraktären, lebensbedrohlichen Entgleisungen. Merkhilfe „AEIOU":
Prinzip: Citrat prä-Filter bindet ionisiertes Calcium als Chelatkomplex → Ca steht nicht mehr als Gerinnungsfaktor IV zur Verfügung, die Gerinnung wird nur im Extrakorporalkreislauf gehemmt. Calcium-Substitution post-Filter (bzw. zentralvenös) stellt das systemische Ca wieder normal her → keine systemische Antikoagulation.
Citrat wird zu Bikarbonat verstoffwechselt: zu hohe Citratlast → Alkalose, zu niedrige → Azidose. Gegensteuern über Dialysatfluss (Pufferentzug) und Blutfluss (= Citratlast).
Was es ist: Säule mit porösen Polymer-Beads zur Adsorption mittelmolekularer, hydrophober Substanzen (Zytokine, Myoglobin, Bilirubin, einige Medikamente/Toxine). Wird in den CRRT-Kreislauf (z. B. CVVHD) integriert oder stand-alone betrieben. Ersetzt keine Nierenersatzfunktion – ergänzt sie.
Schritt 1 · Vorbereitung / Priming
Schritt 2 · Konfiguration im Kreislauf
Schritt 1 · Material bereitstellen
Bereitstellen: CytoSorb-Adsorber (Verpackung auf Unversehrtheit prüfen), NaCl 0,9 % Beutel (500–1000 ml), Adapter-Set (B/C/D im Lieferumfang), Auffangbeutel (E), sterile Handschuhe. Aseptisches Arbeiten ist obligat.
Schritt 2 · Priming (Spülen)
NaCl-Beutel (A) via LuerLock-Konnektor an die untere Öffnung des CytoSorb anschließen (Einlass gemäß Pfeil am Filter). Obere Verschlusskappe entfernen, Auffangbeutel (E) oben anschließen. NaCl durchlaufen lassen bis der Adsorber vollständig blasenfrei ist — Herstellerangabe zum Spülvolumen beachten.
Schritt 3 · Kreislauf unterbrechen
Blutpumpe stoppen. Arteriellen und venösen Schenkel an den vorgesehenen Stellen abklemmen. Den roten Konnektor (bisher direkt am CVVHD-Filter) steril abnehmen und sicher aufbewahren — er wird gleich umgesteckt.
Schritt 4 · Zwischenadapter (B) einsetzen
Zwischenadapter (B, Blau→Rot) zwischen CytoSorb und CVVHD-Filter schalten: blaue Seite an die obere Öffnung des CytoSorb, rote Seite an den CVVHD-Filter (F). Verbindung bis zum Anschlag sichern.
Schritt 5 · Roten Konnektor unten anschließen
Den abgenommenen roten Konnektor jetzt an die untere Öffnung des CytoSorb stecken. Dadurch ergibt sich die korrekte Durchflussrichtung: Blut fließt von unten nach oben durch den Adsorber.
Schritt 6 · Entlüften & Kreislauf freigeben
Klemmen öffnen, Blutpumpe mit niedrigem Startfluss anfahren. Den gesamten Kreislauf einschließlich CytoSorb auf Blasenfreiheit prüfen. Danach Fluss auf Sollwert hochfahren und Gerät quittieren. Alarmgrenzen neu kontrollieren.
Schritt 7 · Dokumentation
Einbauzeit notieren — Adsorber max. 24 h belassen, dann Wechsel oder Abnahme. Medikamentenspiegel (bes. Antibiotika) und hämodynamische Parameter im Verlauf engmaschig überwachen.
Fresenius (multiFiltratePro) unterscheidet zwei Alarmstufen. Häufige Meldungen mit Ursache & Lösung — aufklappbar nach Thema.
Füllstand der Citrat-Tropfkammer: zu niedrig → auffüllen/entlüften · korrekt = Soll-Niveau · zu hoch → Überschuss zurückdrängen.
Die weiße Rollenklemme (Klemme an der Citrat-Zuführleitung, zwischen Beutel und Tropfkammer) schließen → Citratfluss zur Kammer unterbinden.
Tropfkammer leicht mit zwei Fingern zusammendrücken → überschüssige Flüssigkeit fließt zurück in den Citratbeutel (Schwerkraft + leichter Druck). Nicht zu stark pressen — Kammer ist druckempfindlich.
Füllstand visuell prüfen: Flüssigkeit sollte zwischen den Markierungen des optischen Sensors stehen (ca. halbe Kammerhöhe). Gerät gibt konkrete Markierungen vor — bei Unsicherheit IFU prüfen.
Rollenklemme wieder öffnen. Tropfenfluss im Sichtfenster der Kammer für 5–10 Sekunden beobachten — Tropfen müssen klar erkennbar fallen (nicht überschwemmt). Gerät quittiert Alarm.
Wenn nach dem Absenken Luftblasen sichtbar sind: Leitung nach Hausstandard entlüften. Citrat-Linie und Tropfkammer müssen blasenfrei sein.
Merkhilfe: rot = arteriell = Entnahme, blau = venös = Rückgabe. Vertauscht → Rezirkulation steigt.