Arterenol ist die Basis (1. Wahl). Wann ergänze ich was — Empressin, Dobutamin oder Levosimendan? Grafische Schnellentscheidung oben, Details in den nummerierten Abschnitten.
+ Tipp: Abschnitt antippen → klappt auf.
Schnellentscheidung. Zuerst das Problem klären: Druck (Vasopressor-Achse) oder Pumpe (Inotropie). Empressin ergänzt Arterenol ab ~0,25–0,5 γ; Dobutamin bei kardialer Dysfunktion. Details unten.
Nicht nach Substanz, sondern nach dem führenden hämodynamischen Problem entscheiden:
Alle Stufen setzen voraus, dass Volumenstatus und Fokuskontrolle adressiert sind. Reihenfolge nach Surviving Sepsis Campaign 2021.
MAP ≥ 65 halten, ~0,05–0,1 γ starten und titrieren. SSC 2021
Vasopressin ergänzen (0,01–0,03 IE/min, fix) — Bedside-Regel, katecholaminsparend. Schwelle = Orientierung; frühe Gabe zunehmend diskutiert. Evidenz gering
Wenn MAP trotz Noradrenalin und Vasopressin unter Ziel bleibt. SSC 2021
Bei anhaltendem Vasopressorbedarf: 200 mg/Tag (50 mg alle 6 h oder kontinuierlich). SSC 2021
Nur bei kardialer Dysfunktion / Hypoperfusion trotz Volumen + MAP (Trigger Echo/Perfusion). 2–20 γ, Start 2,5–5 γ. SSC 2021
Sinn einer Kombination ist nicht „mehr vom Gleichen", sondern das Bedienen unterschiedlicher Rezeptoren/Angriffspunkte:
Beide können das HZV steigern — aber nicht mit derselben Zeitachse und nicht im selben Kontext.
Vasoplegie/Druck oder Low-output/Pumpe — nicht nach Medikamentenname entscheiden.
Reine Inotropie ohne ausreichenden MAP genügt nicht — Druck- und Pumpenproblem getrennt adressieren.
Dobutamin wirkt in Minuten (kurze HWZ); Levosimendan hat lange Nachwirkung.
LV/RV-Funktion, Klappen, Obstruktion, Herzfrequenz/Rhythmus — und die Gegenanzeigen (Abschnitt 07).