Intravaskuläres, zielgerichtetes Temperaturmanagement (TTM): Funktionsweise, Indikationen, Phasen, Steuerung & Komplikationen.
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Der ThermoGuard (z. B. ZOLL Thermogard) ermöglicht ein präzises, geschlossen rückgekoppeltes zielgerichtetes Temperaturmanagement über einen intravaskulären Wärmetauscher-Katheter. Zahlen sind Orientierungswerte — verbindlich sind Hersteller-IFU und Hausstandard / SOP.
Ein zentralvenös eingebrachter Wärmetauscher-Katheter wird von temperiertem Kochsalz durchströmt — in einem geschlossenen Kreislauf ohne Kontakt zwischen Kühlflüssigkeit und Blut. Die Konsole regelt die Wassertemperatur servogesteuert.
Einsatz zur Temperaturkontrolle: aktive Fieberprävention, kontrollierte Normothermie und — in ausgewählten Fällen — kontrollierte Hypothermie. Der früher gebräuchliche Begriff TTM = Targeted Temperature Management, gezieltes Temperaturmanagement. Bis ERC 2021 stand dahinter eine Zieltemperatur von 32–36 °C für mindestens 24 Stunden. Seit den ERC-Leitlinien 2025 ist der bevorzugte Begriff Temperaturkontrolle — das gezielte Temperaturmanagement im alten Sinn wird nicht mehr empfohlen. ist damit fachlich überholt.
Der European Resuscitation Council hat am 22. Oktober 2025 neue Leitlinien veröffentlicht. Für die Postreanimationsbehandlung ist das die größte Änderung: Das bisherige gezielte Temperaturmanagement wird nicht mehr empfohlen, angestrebt wird nur noch eine Temperaturkontrolle. Grundlage ist die TTM2-Studie, die zwischen einer Zieltemperatur von 33 °C und reiner Fiebervermeidung keinen Unterschied bei Überleben und funktionellem Ergebnis nach sechs Monaten fand.
Drei Phasen mit jeweils eigenen Risiken: