Entscheidungsbaum – Merkhilfe fürs Bett. Von oben nach unten.
Internationaler Farbcode (ISO). Im Schock/Arrest zählt großes Lumen: kurz & dick fließt am schnellsten.
| Größe | Außen-Ø | Durchfluss* | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| 14 G | 2,1 mm | ~270–340 | Massivtransfusion, Polytrauma, Schock |
| 16 G | 1,7 mm | ~180–220 | Großvolumen, OP, Volumentherapie |
| 17 G | 1,5 mm | ~125–145 | Rasche Infusion, Transfusion |
| 18 G | 1,3 mm | ~90–105 | Bluttransfusion, KM-CT |
| 20 G | 1,1 mm | ~55–65 | Standard Erwachsene |
| 22 G | 0,9 mm | ~31–36 | Dünne/fragile Venen, ältere Pat. |
| 24 G | 0,7 mm | ~20–22 | Kinder, sehr feine Venen |
| 26 G | 0,6 mm | ~13–15 | Neonaten |
*Freier Schwerkraftfluss, Wasser, ca.-Werte – herstellerabhängig (z. B. Vasofix / Venflon). Bei Druck/Infusomat höher.
Alle EZ-IO-Nadeln 15 G – Unterschied ist die Länge (Hub-Farbe). Regel: 5-mm-Marke muss nach dem Aufsetzen sichtbar bleiben.
| Farbe | Länge | Einsatz |
|---|---|---|
| Rosa | 15 mm | Kinder / schmale Weichteile (3–39 kg) |
| Blau | 25 mm | Standard Erwachsene (≥ 40 kg) |
| Gelb | 45 mm | Adipositas / proximaler Humerus |
Fraktur/Prothese am Zielknochen · i.o. an gleicher Stelle < 48 h · Infektion über der Einstichstelle · fehlende Landmarke. Komplikation: Extravasat → Kompartmentsyndrom (Nadellage & Wade kontrollieren). Liegedauer i. d. R. max. 24 h.
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DefibrillationElektroden korrekt am Herzapex. Bei therapierefraktärem Kammerflimmern nach 3 Schocks Vektorwechsel auf anteroposterior erwägen — der um 90° anders gerichtete Schock kann die Erfolgswahrscheinlichkeit erhöhen. Precharging in trainierten Teams möglich. Double Sequence Defibrillation nicht routinemäßig.
BeatmungErstmals konkrete Einstellungen unter CPR:
HämodynamikFrühzeitige invasive Blutdruckmessung empfohlen. Ziel unter Reanimation diastolisch ≥ 30 mmHg; wird nur etCO₂ gemessen, gilt ≥ 25 mmHg. Bei systolisch < 50 mmHg trotz Intervention Thoraxkompressionen erwägen, dann ggf. reduzierte Adrenalindosen 50–100 µg bis insgesamt 1 mg, danach Standarddosis.
AwarenessBei Zeichen von Wachheit unter Reanimation soll nicht nur ein Muskelrelaxans gegeben werden.
BradykardieAtropin nicht geben bei höhergradigem AV-Block mit breitem QRS (insbesondere AV-Block II° Typ 2 bzw. 2:1) — es kann den Block verschlechtern.
TachykardieBei polymorpher VT mit QT-Verlängerung (Torsade de pointes) Amiodaron meiden. Vorhofflimmern mit Präexzitation: Kardioversion. Die Instabilitätskriterien schließen jetzt auch Arrhythmien direkt nach ROSC ein.
POCUSPrimär subxiphoidal, Zeitverlust vermeiden — z. B. Loop-Aufzeichnung während der Kompressionspause. Cave: Eine Rechtsherzdilatation kann bei prolongierter Reanimation auch ohne Lungenembolie auftreten. Kein sonografischer Pulscheck empfohlen.
Besondere Umstände
Nach ROSCGrößte Änderung des gesamten Updates: kein gezieltes Temperaturmanagement mehr, nur noch Temperaturkontrolle mit Ziel ≤ 37,5 °C über 36–72 h. Betonung kurz wirksamer Sedativa, keine routinemäßige Muskelrelaxierung. Siehe ThermoGuard und Referenzen · Reanimation.
DefinitionPoint-of-Care-Ultraschall im 10-Sek-Fenster der Rhythmus-/Pulscheck-Pause – Pause dadurch nicht verlängern (Schallkopf vorab platzieren, Clip aufnehmen, offline befunden).
FEEL (Focused Echo in Life support): subxiphoidal → Herzaktion? Perikarderguss? RV-Dilatation? Trennt echte vs. Pseudo-PEA – Wandbewegung ohne Puls = bessere Prognose.
RUSH (Rapid Ultrasound in Shock): „Pump – Tank – Pipes" = Herz · Volumen/V. cava + Lunge · Aorta/TVT.
Femoral: Doppler-Flussnachweis (Puls oft nicht tastbar) & Gefäßzugang für eCPR.
etCO₂Endexspiratorisches CO₂ (Kapnografie) = Maß für Lungenperfusion → spiegelt die CPR-Qualität.
Art. KurveICU-Vorteil bei liegender Arterie: diastolischer Druck ≈ koronarer Perfusionsdruck. ERC 2025 empfiehlt eine frühzeitige invasive Blutdruckmessung mit Ziel diastolisch ≥ 30 mmHg. Eigene Pulskurve → ROSC.
DefinitionVA-ECMO unter laufender CPR – übernimmt Kreislauf & Oxygenierung als Brücke, bis die Ursache behoben ist (PCI, Lyse, Wiedererwärmung).
Erwägen bei: refraktärem Arrest + reversibler Ursache, beobachtetem Kollaps, kurzer Low-Flow-Zeit (< ~60 min), etCO₂ > 10, günstigem Patientenprofil.
Klassiker: LAE · tiefe Hypothermie · Intox · refraktäres VF · post-OP.
Warum anders?Nach Herz-OP gilt der CALS-/EACTS-Algorithmus statt Standard-ALS. Die Ursache ist meist chirurgisch behebbar (Tamponade, Nachblutung), und harte Thoraxkompressionen können frische Nähte, Bypässe und das verdrahtete Sternum schädigen. Deshalb: schnelle Defibrillation/Pacing und früh die Re-Sternotomie – statt langer Kompression.
Bis zu 3 Schocks direkt hintereinander – noch vor der Thoraxkompression. Direkt postoperativ ist ein kurzes Re-Flimmern wahrscheinlich und oft mit einem sofortigen Schock beendet, ohne das OP-Gebiet zu gefährden. Erst wenn die 3 Schocks erfolglos sind → Kompression beginnen.
Epikardiale Schrittmacherdrähte liegen meist schon: sofort DDD, maximaler Output, hohe Frequenz – Capture (Erfassung) prüfen. Kein Auswurf trotz Pacing → Kompression.
Kompression starten – aber Schrittmacher kurz ausschalten, damit ein durch Pacing-Spikes verstecktes Kammerflimmern nicht übersehen wird.
Nicht routinemäßig 1 mg. Bei Wiederkehr des Kreislaufs kann ein voller Bolus eine schwere Hypertonie auslösen → frische Nähte platzen, Nachblutung. Nur kleine Dosen und Entscheidung durch den erfahrensten Anwesenden (Senior/Chirurg).
Greifen die Schritte nicht (v. a. bei Verdacht auf Tamponade/Blutung): den Brustkorb am Bett wieder eröffnen, innerhalb von 5 min nach dem Arrest, durch ein geschultes Team. Die interne Herzmassage ist deutlich effektiver als die externe. Voraussetzung: Re-Sternotomie-Set am Bett.
Häufigste Ursachen: Tamponade (Warnzeichen: Drainagen versiegen plötzlich) · Nachblutung/Hypovolämie · Spannungspneumothorax · Schrittmacher- oder Bypass-(Graft-)Versagen.
Team (CALS): 6 definierte Rollen – Kompression, Atemweg, Defibrillation, 2× Re-Sternotomie-Assistenz, Koordination/Medikamente – regelmäßig trainiert.
Vier Komponenten prägen die Phase nach ROSC: hypoxisch-ischämische Hirnschädigung, myokardiale Dysfunktion (Stunning), systemische Ischämie-Reperfusion („sepsisähnliches“ Bild mit Vasoplegie) und die persistierende auslösende Erkrankung. Das erklärt, warum nach ROSC oft Katecholamine, Volumen und Organsupport nötig sind.
ST-Hebung / Verdacht auf Koronarokklusion (Instabilität, rezidiv. VT/VF, Ischämie) → sofortige Koronarangiographie. Stabiler Non-STEMI → keine Routine-Sofortangiographie (COACT). Keine kardiale Ursache erkennbar oder nicht-kardiale Vorzeichen → Ganzkörper-CT (Kopf–Becken + CT-Pulmonalis).
EEG bei anhaltend komatösen Patienten. Klinische und elektrische Anfälle behandeln (Levetiracetam/Valproat), keine Prophylaxe. Myoklonus einordnen (nicht per se prognostisch).
Frühestens ≥ 72 h nach ROSC, multimodal und nur bei komatösem Patienten ohne Störfaktoren (Restsedierung, Relaxierung, Hypothermie, Kreislaufinstabilität). Bausteine: klinisch (Pupillen-/Kornealreflex, Myoklonus), NSE, EEG, SSEP, Bildgebung (CT/MRT). Niemals anhand eines einzelnen Parameters entscheiden. Bei infauster Prognose Organspende erwägen.
Grundlage: ERC-ESICM Post-Resuscitation Care 2025 (BOX-, TAME-, COACT-Studien). Verbindlich bleiben Hausstandard/SOP. Quellen → Referenzen · Reanimation.