In fester Reihenfolge von „Bewusstsein" nach „Neglect". Summe der Einzelpunkte = Gesamtscore (0–42). Tippen für Inhalt & Bewertung.
Wachheit und Reaktion auf Ansprache, dann auf Schmerzreiz.
0 = wach · 1 = somnolent, leicht weckbar · 2 = nur auf Schmerz · 3 = areaktiv/areflexiv
Aktuellen Monat und das Lebensalter erfragen. Nur die erste Antwort zählt, exakt.
0 = beide richtig · 1 = eine richtig · 2 = keine richtig
„Augen öffnen/schließen" und „Faust machen/öffnen" (nicht-paretische Hand).
0 = beide · 1 = eine · 2 = keine — Pantomime/Vormachen erlaubt
Konjugierte horizontale Augenbewegung; Blickfolge oder okulozephaler Reflex. Nur horizontal.
0 = normal · 1 = part. Blickparese · 2 = forcierte Blickdeviation (Déviation conjuguée)
Fingerperimetrie per Konfrontation, alle Quadranten, ggf. Fingerzähltest.
0 = normal · 1 = Quadrantenanopsie · 2 = Hemianopsie · 3 = bilateral/blind
Stirnrunzeln, Augen fest schließen, Zähne zeigen. Zentral (Stirn frei) vs. peripher unterscheiden.
0 = normal · 1 = gering · 2 = partiell · 3 = komplett
Arm 90° (sitzend) bzw. 45° (liegend) 10 s halten, jede Seite einzeln.
0 = hält · 1 = Absinken · 2 = gegen Schwerkraft · 3 = kein Anheben · 4 = keine Bewegung
Bein 30° in Rückenlage 5 s halten, jede Seite einzeln.
0 = hält · 1 = Absinken · 2 = gegen Schwerkraft · 3 = kein Anheben · 4 = keine Bewegung
Finger-Nase- und Knie-Hacke-Versuch. Nur bei ausreichender Kraft wertbar — Parese erklärt keine Ataxie.
0 = keine · 1 = in 1 Extremität · 2 = in 2 Extremitäten
Spitz/stumpf bzw. Nadelreiz im Seitenvergleich (Gesicht, Arm, Bein, Rumpf).
0 = normal · 1 = leicht-mäßiger Verlust · 2 = schwerer Verlust/anästhetisch
Bild beschreiben, Objekte benennen, Sätze lesen. Verständnis und Produktion. Von Vigilanz/Dysarthrie trennen.
0 = normal · 1 = leicht-mäßig · 2 = schwer · 3 = global/Mutismus
Wörter nachsprechen lassen — bewertet wird die Artikulation, nicht der Sprachinhalt.
0 = normal · 1 = leicht-mäßig · 2 = anarthrisch/unverständlich
Doppelte simultane Stimulation (visuell und taktil) — wird eine Seite ausgelöscht?
0 = kein Neglect · 1 = eine Modalität · 2 = mehrere Modalitäten/schwer
Höherer Wert = ausgeprägteres Defizit. Die Bänder sind prognostisch und steuern die Überwachungsintensität — sie sind aber nicht die Indikationsschwelle der Lyse.
Klinisch kein fassbares Defizit. Bei passender Bildgebung dennoch TIA/Infarkt möglich — NIHSS schließt nichts aus.
Umschriebenes Defizit (z. B. isolierte Dysarthrie, leichte Parese). Achtung: auch ein niedriger Wert kann behindernd sein (z. B. Aphasie, Handfunktion) — Behinderung ≠ NIHSS.
Relevantes territoriales Defizit. NIHSS ≥ 6 erhöht die Wahrscheinlichkeit eines großen Gefäßverschlusses (LVO) deutlich → Gefäßbildgebung obligat.
Ausgedehntes Defizit, häufig LVO. Erhöhtes Risiko für Vigilanzminderung, Schluckstörung und sekundäre Verschlechterung (Ödem).
Schweres, oft hemisphärielles Defizit. Hohes Risiko für malignen Infarkt, Hirndruck, Bewusstseins- & Atemwegsverlust.
Reihenfolge: Zeit → Bildgebung/Blutung → NIHSS & Gefäßstatus. Der Score triagiert Richtung Thrombektomie und steuert die Überwachung — die Lyse selbst läuft im Standardfenster unabhängig vom NIHSS.
Nicht Teil des NIHSS-Scores, aber Pflicht im neurologisch-intensivmedizinischen Status und Surrogat der Hirnstammfunktion.
Im NIHSS wird nur die horizontale konjugierte Blickbewegung (Item 2) gewertet — Pursuit-Details und Nystagmus zählen dort nicht, sind aber topodiagnostisch wertvoll.
Gängige Terminologie im Stroke-Complex / auf der neurologischen Intensivstation — gruppiert, jede Gruppe einzeln ausklappbar.
Vigilanz — Wachheitsgrad. Abstufung: wach → somnolent (schläfrig, leicht weckbar) → soporös (nur auf starke Reize) → Koma (nicht erweckbar).
GCS — Glasgow Coma Scale, Punkte für Augen-, verbale, motorische Reaktion (3–15).
Delir — akute, fluktuierende Verwirrtheit; hypo- oder hyperaktiv. Stupor — Reaktionsarmut bei erhaltenem Bewusstsein.
qualitativ vs. quantitativ — Inhalt (Verwirrtheit) vs. Wachheit (Vigilanzminderung).
ipsi-/kontralateral — gleiche/gegenüberliegende Seite. supra-/infratentoriell — ober-/unterhalb des Tentoriums (Hirnstamm/Kleinhirn).
Hemiparese/-plegie — halbseitige Schwäche/Lähmung. Tetra-/Monoparese, brachiofazial betont (Arm + Gesicht).
zentral vs. peripher — bei fazialer Parese: Stirn frei (zentral) vs. mitbetroffen (peripher).
Babinski / Pyramidenbahnzeichen — Hinweis auf Schädigung der zentralen Motorik.
Aphasie — Sprachstörung: Broca (motorisch), Wernicke (sensorisch), global, amnestisch.
Dysarthrie — Artikulationsstörung (Motorik des Sprechens). Dysphagie — Schluckstörung → Aspirationsrisiko.
Neglect — Vernachlässigung einer Raum-/Körperhälfte. Anosognosie — fehlende Krankheitswahrnehmung. Apraxie — gestörte Handlungsausführung.
Isokorie / Anisokorie — gleiche/ungleiche Pupillenweite. Miosis / Mydriasis — eng/weit. Lichtstarre — fehlende Reaktion.
Ptosis — Lidsenkung. Horner-Syndrom — Miosis + Ptosis + Enophthalmus.
Déviation conjuguée — konjugierte Blickwendung. Nystagmus, INO (internukleäre Ophthalmoplegie), Diplopie (Doppelbilder).
ICP — intrakranieller Druck. CPP — zerebraler Perfusionsdruck (MAP − ICP).
Maligner Mediainfarkt — raumforderndes Ödem; Mittellinienverlagerung (midline shift); Herniation/Einklemmung (unkal, transtentoriell, tonsillär).
Cushing-Trias — Hypertonie + Bradykardie + irreguläre Atmung (Hirndruckzeichen).
Hämorrhagische Transformation — Einblutung ins Infarktareal. Vasospasmus (v. a. nach SAB). EVD — externe Ventrikeldrainage bei Hydrozephalus.
LVO — großer Gefäßverschluss. ASPECTS — CT-Score der Frühischämie. Core / Penumbra / Mismatch — Infarktkern, rettbares Gewebe, deren Differenz.
Rekanalisation / TICI — Reperfusionsgrad nach Thrombektomie. Bridging — Lyse + Thrombektomie kombiniert. DSA — digitale Subtraktionsangiographie.
mRS — modified Rankin Scale (Outcome 0–6). Barthel-Index — Alltagsfähigkeit. last seen well / wake-up stroke — Zeitfensterbezug.
Symptom → Territorium. Amber = vorderer Kreislauf (Karotis), Cyan = hinterer Kreislauf (vertebrobasilär).
A. cerebri media (ACM/MCA) — häufigster Territorialinfarkt. Kontralaterale, brachiofazial betonte Hemiparese/-hypästhesie, Blickdeviation zum Herd, homonyme Hemianopsie. Dominante Hemisphäre → Aphasie, nicht-dominant → Neglect. M1-Hauptstamm = LVO.
A. cerebri anterior (ACA) — beinbetonte kontralaterale Parese, Antriebsminderung/Abulie, ggf. Harninkontinenz.
A. carotis interna (ACI) — kann ACM + ACA kombinieren. Amaurosis fugax (A. ophthalmica) als Warnsymptom.
M1 (sphenoidal/horizontal) — ICA-Bifurkation bis Bi-/Trifurkation; gibt die lentikulostriären Perforatoren ab (Basalganglien, Capsula interna). Verschluss = proximaler LVO, großes Territorium + tiefe Strukturen → klare Thrombektomie-Indikation.
M2 (insular) — im Sulcus lateralis über der Insel, meist oberer/unterer Hauptast. Verschluss territorial relevant; Thrombektomie bei behinderndem Defizit zunehmend etabliert.
M3 (opercular) — über dem frontoparietalen/temporalen Operculum.
M4 (kortikal) — distale Äste über der Konvexität.
Merke: Perforatoren aus M1 — bei proximalem Verschluss kann das Stammganglien-Areal auch nach Rekanalisation verloren gehen.
A. cerebri posterior (ACP/PCA) — homonyme Hemianopsie (oft mit Makula-Aussparung), visuelle & Lesestörungen, Thalamus-Syndrome.
A. basilaris — Hirnstamm: Tetraparese, Vigilanzminderung, Hirnnervenausfälle, gekreuzte Symptomatik. Notfall — erweitertes Thrombektomie-Fenster bis 24 h.
A. vertebralis / PICA — Wallenberg-Syndrom (s. u.).
Kleinhirnarterien (PICA / AICA / SCA) — Schwindel, Ataxie, Nystagmus. Cave: raumfordernder Kleinhirninfarkt → Hirnstammkompression, Hydrozephalus.
V1 (prävertebral/ostial) — Abgang aus der A. subclavia bis zum Eintritt ins Foramen transversarium (meist C6).
V2 (foraminal/transversal) — zieht durch die Foramina transversaria C6–C2.
V3 (atlantal/suboccipital) — nach Austritt aus C2, schlingt um den Atlas (C1) bis zur Dura. Häufige Lokalisation einer Dissektion (jung, nach Trauma/HWS-Manipulation, oft Nackenschmerz + Horner).
V4 (intrakraniell/intradural) — durchtritt die Dura, vereinigt sich zur A. basilaris, gibt die PICA ab. Verschluss → PICA-/lateraler Medullainfarkt (Wallenberg), Basilaris-Beteiligung möglich.
Merke: V1/V2 extrakraniell → Domäne der Dissektion; V4 intrakraniell → relevanter Verschluss der hinteren Zirkulation, oft mit Basilaris kombiniert.
Lakunäre Syndrome — perforierende Kleingefäße (Basalganglien, Capsula interna, Pons): pure motor, pure sensory, sensomotor, ataktische Hemiparese, „dysarthria–clumsy hand". Typisch ohne kortikale Zeichen (keine Aphasie/Neglect).
Grenzzoneninfarkt (Watershed) — bei Hypotension/hämodynamischer Insuffizienz zwischen zwei Territorien; „man in the barrel".
Wallenberg-Syndrom (lateraler Medulla-oblongata-Infarkt, PICA/A. vertebralis): ipsilateral Horner + Gesichtssensibilität + Dysphagie/Heiserkeit + Ataxie; kontralateral dissoziierte Sensibilität; Schwindel/Nystagmus.
Locked-in-Syndrom (ventraler Ponsinfarkt, A. basilaris): Tetraplegie + Anarthrie bei erhaltenem Bewusstsein; vertikale Augenbewegungen/Lidschlag erhalten.
Déjerine-Roussy (Thalamussyndrom, ACP-Perforatoren): kontralateraler Sensibilitätsverlust + späterer Thalamusschmerz.
Amaurosis fugax: passagere monokuläre Erblindung (A. ophthalmica/Karotis) — Warnsymptom.
Nach Kompartiment. CCT ist der erste Schritt — eine Blutung schließt Lyse/Thrombektomie aus und öffnet den Blutungspfad.
Zwischen Schädel und Dura, meist arteriell (A. meningea media) nach temporalem Trauma. CT: bikonvex/linsenförmig, respektiert Schädelnähte. Klassisch freies Intervall (lucid interval), dann rasche Eintrübung → Notfall-Entlastung.
Zwischen Dura und Arachnoidea, venös (Brückenvenen). CT: sichelförmig, überschreitet Nähte, nicht aber Duraduplikaturen. Akut hyperdens (Trauma) vs. chronisch hypodens (ältere/antikoagulierte Patienten, Bagatelltrauma).
Ursache — nicht-traumatisch meist aneurysmatisch (sakkuläre Aneurysmen am Circle of Willis: A. comm. anterior, A. comm. posterior, MCA-Bifurkation); daneben traumatisch.
Klinik — Donnerschlagkopfschmerz (thunderclap), Meningismus, Übelkeit, Vigilanzminderung.
Diagnostik — CCT (in den ersten Stunden sehr sensitiv); bei negativem CT + Verdacht Lumbalpunktion (Xanthochromie, 3-Gläser-Probe). Aneurysma-Nachweis per CT-Angiographie/DSA.
Schweregrad — klinisch Hunt & Hess (I–V) bzw. WFNS (GCS-basiert); CT-Blutmenge Fisher-Skala (Vasospasmus-Risiko).
Komplikationen — Vasospasmus (Tag 4–14 → verzögerte zerebrale Ischämie/DCI), Hydrozephalus (→ EVD), Rezidivblutung, Hyponatriämie (CSW/SIADH), neurogenes kardiales Stunning.
Therapie — frühe Aneurysma-Ausschaltung (endovaskuläres Coiling / operatives Clipping), Nimodipin, RR-/Volumenmanagement, EVD bei Hydrozephalus.
Hypertensiv — Rhexisblutung perforierender Arterien (Charcot-Bouchard); typisch Putamen/Basalganglien, Thalamus, Pons, Kleinhirn.
Lobär — oft zerebrale Amyloidangiopathie (ältere Patienten); weitere Ursachen: Antikoagulation, AVM, Tumor, Sinusvenenthrombose (venös).
Management — frühe RR-Senkung (Ziel meist syst. < 140), Gerinnung antagonisieren, ICH-Score (Prognose). Cave Hämatomausdehnung & Ödem. Kleinhirnblutung > 3 cm / Hirnstammkompression → notfallmäßige Evakuation.
IVH — Blut im Ventrikelsystem (primär/sekundär) → Hydrozephalusrisiko, häufig EVD.